Laut Geheimdienstberichten plant der iranische Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei, Teheran zu verlassen und nach Moskau zu fliehen, falls die Proteste im Land außer Kontrolle geraten oder die Sicherheitskräfte zerfallen. Khamenei soll in einem solchen Szenario zusammen mit seiner Familie und etwa 20 engen Vertrauten die Stadt verlassen wollen.
Der Bericht hebt hervor, dass Khamenei diesen Plan insbesondere dann aktivieren würde, wenn die Armee oder Sicherheitskräfte Befehle nicht ausführen, desertieren oder ihre Loyalität wechseln. Die Fluchtroute nach Moskau wurde gewählt, aufgrund der engen Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin und der Wahrnehmung Russlands als sicheren Zufluchtsort. Der ehemalige israelische Geheimdienstmitarbeiter Beni Sabti äußerte, dass Khamenei „keinen anderen Ort habe, an den er gehen könne“.
Der Plan soll ähnlich konzipiert sein wie der von Präsident Bashar al-Assad, der im Dezember 2024 vor dem Vormarsch der Opposition nach Moskau geflohen war. Khamenei und sein Umfeld haben demnach bereits Immobilien, finanzielle Mittel und Bargeld im Ausland vorbereitet, um eine Flucht zu erleichtern. Laut einer Reuters-Untersuchung aus dem Jahr 2013 verwaltet Khamenei über die teilweise staatliche Stiftung Setad Vermögenswerte in Höhe von etwa 95 Milliarden US-Dollar.
In den letzten Wochen haben wirtschaftliche Krise und steigende Lebenshaltungskosten landesweit Proteste ausgelöst, die sich von Kum auf viele Städte ausgeweitet haben. Demonstranten kritisieren die Maßnahmen der Revolutionsgarden, Bassidschi-Milizen, Polizei und Armee, die verfassungsmäßig Khamenei unterstellt sind.
Ein westlicher Geheimdienst beschreibt Khamenei in einer psychologischen Bewertung als „paranoid, aber langfristig denkend, ideologisch und zugleich pragmatisch“. Sein Rückzug aus der Öffentlichkeit und die relative Stille während der Proteste bestätigen diese Einschätzung.
In der iranischen Öffentlichkeit wird zunehmend hinterfragt, warum Ressourcen des Landes an Hamas, Hisbollah und andere Verbündete weitergeleitet werden. Slogans wie „Nein zu Gaza, nein zu Libanon, mein Leben nur für Iran“ spiegeln die wachsende gesellschaftliche Unzufriedenheit mit dem Regime wider.
Die Proteste dauern mittlerweile den achten Tag an, und die Zahl der Opfer steigt weiterhin.


